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MdL Harry Scheuenstuhl zu Besuch bei der Reckenberg-Gruppe

Abgeordneter MdL Harry Scheuenstuhl informierte sich bei der Reckenberg-Gruppe zu Themen der Trinkwasserversorgung, des Grundwasserschutzes und der Landwirtschaft.


Die derzeit stark diskutierten „roten Gebiete“ mit den teilweise hohen Nitratwerten in Brunnenrohwässern in Westmittelfranken gaben Anlass zu diesem Informationstermin bei der Reckenberg-Gruppe. Neben dem Abgeordneten Scheuenstuhl informierten sich auch der Bürgermeister Rainer Erdel aus Dietenhofen und die Behördenleiter Thomas Keller vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach und Wolfgang Kerwagen vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Ansbach.


Die Reckenberg-Gruppe als regionaler Versorger beliefert täglich über 148.000 Menschen mit hochwertigem Trinkwasser bestkontrollierter Qualität. Dabei werden seit Jahren große Anstrengungen zur Qualitätssicherung und zum Grundwasserschutz geleistet. Über Freiwillige Kooperationsvereinbarungen mit Landwirten im Wasserschutzgebiet konnte der Nitrateintrag ins Rohwasser der Brunnen um 5 – 20 mg/l gesenkt werden. Der gezielte Zwischenfruchtanbau, der Verzicht auf Mineraldünger, die Unterstützung beim Einsatz von stabilisierten Stickstoffdüngern und eine Grundwasser schonende Landtechnik sind die Eckpfeiler des Erfolges.


Trotz der messbaren Verbesserungen bei Kooperationsvereinbarungen sind bayerische Wasserversorger bei Schutzaktionen mit Landwirten an das ausgewiesene Wasserschutzgebiet gebunden. Nur innerhalb der WSG-Gebiete sind Kooperationen möglich. Der flächendeckende Grundwasserschutz muss mehr in den Fokus rücken und durch den Gesetzgeber gestärkt werden.
Herr Kerwagen, AELF Ansbach, bestätigt, dass sich die Landwirtschaft ihrer Verantwortung zum Grundwasserschutz bewusst ist und die neue Düngeverordnung bereits nach wenigen Jahren erste positive Wirkungen zeigen wird. Herr Keller, WWA Ansbach, machte auf die immer häufigeren kurzzeitigen hohen Niederschlagsereignisse aufmerksam. Diese großen Niederschlagsmengen fließen zu schnell ab. Es findet nur eine geringe Versickerung und damit auch nur eine geringe Pflanzenverfügbarkeit und Grundwasserneubildung statt. Zudem ist es unstrittig, dass die direkte Einflussnahme für hohe Nitratfrachten aus der Landwirtschaft her rühren. Bürgermeister Rainer Erdel, Gemeinde Dietenhofen, wirbt für einen verantwortungsbewussten Umgang beim Thema Nitrat im Brunnenwasser und fordert eine differenzierte Darstellung und nicht eine Generalbeschuldigung der Landwirtschaft, um nicht Gefahr zu laufen das tägliche Leben grundsätzlich in Frage zu stellen. Bessere Ausbringtechniken von Wirtschaftsdüngern und ein hoher Ausbildungsstand der Landwirte werden sich positiv bemerkbar machen.


Abgeordneter Scheuenstuhl bestätigte aber auch, dass nach neuesten Prognosen des Landesamtes für Umwelt die „Roten Gebiete“ (rote Gebietskulisse) mit mindestens einer Brunnenfassung die den Grenzwert von 50 mg/l überschreitet wohl mehr werden sollen. Die Staatsregierung wird im Zuge der Düngeverordnung (§ 13 DüV) hier mindestens drei besondere Anforderungen/Auflagen für die Landwirtschaft festlegen. Diese Maßnahme zeigt, dass Nitratprobleme bekundet werden und auch greifbar sind. Zur Stärkung des flächendeckenden Grundwasserschutzes sieht Herr Scheuenstuhl inzwischen auch Anstrengungen und Tendenzen zur Vergrößerungen von Wasserschutzgebieten.


Um die hohe Trinkwasserqualität zu erhalten und die Nitratbelastungen im Grundwasser zu reduzieren muss sich die Schutzgebietspolitik gravieren ändern, so Werkleiter Friedrich Zapf von der Reckenberg-Gruppe. Oftmals politisch gewollt werden im Wasserrechtsverfahren zu kleine Wasserschutzgebiete festgelegt und Teile des Wassereinzugsgebietes nicht als WSG ausgewiesen. Die Bayerischen Wasserversorgungsunternehmen finden die neue Düngeverordnung für einen nachhaltigen Gewässerschutz als nicht ausreichend und fordern einen flächendeckenden Grundwasserschutz.